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Chinas Interesse am Ausbildungssystem der Schweiz

Co-Präsident Darko Bosnjak begrüsste Delegation auf chinesisch

20. Dez 2019
Autor: Darko Bosnjak


Für das duale Ausbildungssystem der Schweiz interessierte sich Mitte Dezember die chinesische Delegation an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Mit dem Gewerbe Olten, das eng mit der FHNW zusammenarbeitet, ging es einen Nachmittag lang durch verschiedene Oltner Betriebe, um alle Details zu erfahren und vor allem, um alle Fragen an Auszubildende und Ausbildner zu stellen.
Das klassische Ausbildungssystem, mit einem für die Schweiz üblichen praktischen und einem theoretischen Teil, ist für die chinesische Bevölkerung etwas Neues. Chinesische Schüler steigen nach der Schule entweder direkt ins Berufsleben ein oder begeben sich an eine Universität. Wo früher körperliche Arbeit gering geschätzt wurde und die Universität der angestrebte Weg war, findet ein Umdenken statt. Und das Schweizer Ausbildungssystem soll da Vorreiter und Massstab sein.
Gestartet wurde an diesem Donnerstag mit einem Mittagessen im restaurant stadtbad*. Weiter ging es ins benachbarte «Aare Riverview». Hier stellte Darko Bosnjak, Co-Präsident von Gewerbe Olten, die Arbeit und Funktion des Vereins vor und zeigte in kurzen Videos regionaler Betriebe, wie z. Bsp. Elektro Käser, Einblicke in den Alltag Schweizer Lernender.
Von der Location an der Aare ging es weiter in die «Sisième-Bar» des Hotels «Astoria». Hier traf die chinesische Delegation auf zwei von insgesamt 12 Lernenden des Hotels – eine Lernende Hotelfachfrau im ersten Lehrjahr und eine kürzlich abgeschlossenen KV-Lernende – sowie einem Lernenden von Käser Elektro im dritten Jahr. Im Interview mit Darko Bosnjak und durch Unterstützung der Dolmetscherin war es den Interessierten möglich, einen direkten Einblick in den Berufsalltag der jungen Lernenden zu gewinnen. Dabei interessierte sie auch das Privatleben der Berufseinsteiger, das sich kulturell von dem, der chinesischen Teenager zu unterscheiden schien. Wann geheiratet werden dürfe, wie viele Geschwister sie hätten und was diese beruflich machen würden, spielte neben Fragen zu den Schulfächern, der Lohnhöhe, der Anzahl der Lehrjahre und der Grösse der Schulklassen eine ebenso grosse Rolle. In China könnten Klassen schon mal aus mehreren tausend Schülern bestehen.
Aus dem «Sisième» ging es weiter ins Stadthaus. Hier trafen die Interessierten aus Fernost auf einen Lernenden aus dem Stadthaus, der hier eine KV-Lehre absolviert und einen Lernenden des Modehauses «Bernheim», der sich im dritten Lehrjahr der Ausbildung zum Detailhandelsfachmann befindet. Auch hier fand ein einstündiger, reger Austausch zwischen Lernenden, Moderator und Delegierten statt.
Seinen Abschluss fand der aufschlussreiche fünfstündige Exkurs durch Oltner Betriebe und das Schweizer duale Ausbildungssystem in der «Suppenstube» Olten. Hier gab es, wie traditionell zur Weihnachtszeit üblich, heissen Glühwein im Leuchten der Weihnachtsdekoration in der Altstadt.
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