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Im Boden warten viele Überraschungen

Fr 16.06.2017 08:40
Autor: Wolfgang Niklaus
Urs Kissling, stv. Leiter der Oltner Baudirektion und Leiter Tiefbau, gewährte den Gewerbetreibenden spannende Einblicke in sein Schaffen und verteilte gleich an jeden Tisch in der «Suteria» einen Projektplan, in welchem Leitungen und Kanalisationen eingezeichnet sind. Die Stadt, so Kissling, sei Eigentümerin von insgesamt 60 Kilometern Strasse. Davon seien 85 Prozent in gutem Zustand, 10 Prozent in Ordnung – «und 5 Prozent in einem Zustand wie in Afrika», hielt er pointiert fest.

In der Folge ging er detailliert auf die verschiedenen Leitungsarten ein und erklärte am Beispiel der Baustelle «Oberer Graben», dass man mitunter überrascht wird: So ist man im Verlaufe der Arbeiten im Untergrund gleich an zwei Orten auf (ehemalige) Keller gestossen. Auch eine private Tankanlage, immerhin acht auf drei Meter gross, gestaltete die Arbeiten nicht eben einfacher. Kissling erklärte anschaulich, weshalb es zu Verzögerungen im Tiefbau kommt. «Wir arbeiten im Boden – also kommt uns alles in die Quere!».
So stiess das Tiefbauamt im Laufe der Bauarbeiten im «Oberen Graben» – der ja aufgeschüttet ist und ursprünglich vier Meter tiefer lag – auf verschiedenste Betonelemente. In der Fachsprache redet man dann von «heterogen zusammengesetztem Untergrund». Dieser Beton muss von Hand abgetragen werden, was entsprechend zeitaufwändig ist. Damit konnte nicht nur der Zeitplan nicht eingehalten werden, auch der Kostenvoranschlag wurde hinfällig. Immerhin: Mit Verspätung, aber noch vor den Sommerferien, wurden die dortigen Arbeiten beendet. Erst nach der Fasnacht 2018 soll sich gemäss Urs Kissling der Pflästerer an die Arbeit machen und auf dem Platz, der nun grösstenteils asphaltiert ist, wieder das gewohnte Kopfsteinpflaster realisieren.

Noch ein weiteres Beispiel erwähnte Kissling: Die Solothurnerstrasse. Weil die Gasversorgung ab Leberngasse erst 30 Jahre alt sei und man von einer Lebenserwartung von 80 Jahren ausgehe, habe man nicht damit gerechnet, dass diese repariert werden müsse. Das Problem hier: Sämtliche Dichtungen wurden durch das Gas quasi «aufgefressen». Also entschied man bei den Städtischen Betrieben: Die Gasleitung muss saniert werden, sprich: die Leitungen müssen rausgerissen und neue eingesetzt werden.

Urs Kissling zerstörte im Laufe seines Referates übrigens auch des Laien Illusion, dass alles exakt dort zu finden ist, wo es «auf all den schönen Plänen» eingezeichnet ist ... Dem ist mitnichten so! Und noch eine interessante Zahl: Pro Arbeitsgruppe werden monatlich zwischen 80'000 und 100'000 Franken verbaut. Kissling bat ganz generell um Nachsicht für Störungen, denen man aufgrund dieser Arbeiten halt immer wieder ausgesetzt sei. Sein Trost: «Schlecht geht es uns erst, wenn gar nicht mehr gebaut werden kann.»

Es war dies das letzte Gewerbezmorge im Beisein und unter der Organisation von Klaus Kaiser, der die «Suteria» und auch den Vorstand von Gewerbe Olten verlassen wird. Das Co-Präsidium verdankte seine Präsenz und seine Leistungen für das Gewerbe mit einem Essensgutschein und einer guten Flasche Grappa. Kaiser wiederum sprach von einer «grossartigen» Zeit, die er an der Verbandsspitze haben erleben dürfen.

Das nächste Gewerbezmorge findet nach den Sommerferien, am 23. August, statt. Zu Gast bei Gewerbe Olten wird dann UBS-Chefökonom Daniel Kalt sein.

Weitere Bilder in der Galerie.

 

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